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Wie hältst du es mit dem Büro?

Autor: Jennifer Garic / am

Die Homeoffice-Pflicht ist vorüber – aber wollen Angestellte überhaupt zurück ins Büro? Und welches Arbeitskonzept erwartet sie nach der Pandemie? Studien zeigen, dass Arbeitgeber nachbessern müssen. Der Kulturwandel hat gerade erst begonnen.

Kaffeemaschine starten, von der Küche an den Esstisch schlurfen, Laptop auf und los geht es. So sieht aktuell der Alltag der meisten Schweizer aus. In vielen Unternehmen war Homeoffice lange undenkbar. Jetzt gehört die Arbeit von zu Hause zur Normalität. Die Homeoffice-Pflicht ist zwar vorbei, der Bundesrat rät aber weiterhin dazu. Beim viel diskutierten Thema Homeoffice steht allerdings häufig im Vordergrund, wo die Angestellten arbeiten, und nicht wie. Denn die Isolation während der Arbeitszeit hat auch ihre Schattenseiten. Im Büro haben Personalabteilung, Vorgesetzte und vielleicht sogar Feelgood-Manager ein Auge darauf, dass alles harmonisch läuft und die Mitarbeiter zufrieden sind.

back to work

Im Homeoffice hingegen sind Mitarbeiter auf sich alleine gestellt, finden oft keine Ruhe, weil der von Familien gemeinsam genutzte Esstisch der einzige freie Arbeitsplatz ist, und sie machen häufiger Überstunden. Dafür sind Arbeitnehmer nach Feierabend direkt in den eigenen vier Wänden, können in der Mittagspause auch mal den Haushalt erledigen oder mit den Kindern spielen. Die Vorteile der Remote-Arbeit sind den Schweizern viel Wert, sagt Monica Dell’Anna, Chefin des Schweizer Personaldienstleisters Adecco: „Schweizer Mitarbeitende schätzen die dazugewonnene Flexibilität des hybriden Arbeitens sehr.“ Das zeigt eine von Adecco weltweit durchgeführte Studie. Dabei gaben 79 Prozent der Schweizer Befragten an, sich im Homeoffice gut eingerichtet zu haben und effizient arbeiten zu können. Damit liegt die Schweiz vier Prozent über dem weltweiten Durchschnitt. Doch sie sehen auch die Nachteile, wie die Umfrage belegt. 30 Prozent der befragten Schweizer gaben zu, dass sich ihre psychische Gesundheit im Laufe der Pandemie verschlechtert hat. „Führungskräfte sind gefordert, im Rahmen eines hybriden Arbeitens einerseits auf die Fähigkeiten und Stärken der Mitarbeitenden einzugehen, andererseits die Motivation und Gesundheit der Mitarbeitenden hochzuhalten“, sagt Dell’Anna – und das ist nicht einfach: Über 60 Prozent der befragten Führungskräfte in der Schweiz sagen, es fällt ihnen schwer, andere in Bezug auf Burnout und psychisches Wohlbefinden zu führen.

Zu lange Homeoffice-Zeiten haben negative Folgen

Im Büro können aufkeimende negative Stimmungen gute Kollegen und die Unternehmenskultur ausgleichen – im Homeoffice scheint dies zu misslingen. Müssen Schweizer Unternehmen hier nachbessern? In der Pandemie sind viele Arbeitgeber aufgrund der sich ständig ändernden Lage von Akteuren zu Reakteuren geworden. Für eine ausgeklügelte Homeoffice-Kultur war häufig keine Zeit. Und selbst wenn es den nötigen Spielraum gab, blieb allzu oft die Frage: Wie sieht eigentlich eine gute Homeoffice-Kultur aus? Schliesslich war das Arbeiten von zu Hause in der Schweiz vor der Pandemie eher Ausnahme als Regel, also Neuland für Mitarbeiter und Chefs.
Studien aus der Zeit vor Corona zeigen, dass zwei Tage Homeoffice pro Woche optimal sind, schreibt das Personalberatungsunternehmen von Rundstedt in einer aktuellen Studie zum Thema Smart Work. Verbringen Mitarbeiter mehr Zeit am heimischen Schreibtisch, nehmen Demotivation und Koordinationsprobleme zu, die Qualität der Beziehungen zu Kollegen sinkt und die Work-Life-Balance verschlechtert sich. In Zeiten steigender Inzidenzen ist es aber kaum möglich nur zwei Tage die Woche von zu Hause zu arbeiten, viele haben seit Wochen ihr Büro nicht mehr gesehen.

Schweizer wechseln zu Unternehmen mit besserer Kultur

Unternehmen müssten darum jetzt raus aus dem Pandemieschock und hin zum Kulturwandel, lautet das Fazit der Personalberater von Rundstedt. Immerhin zeichnet sich in der grossangelegten Studie ein klarer Trend ab: Die Smart-Working-Kultur hat in Zeiten von Corona einen starken Schub erlebt. In diesem Modell organisieren sich Arbeitnehmer zum grossen Teil selbst, können Arbeitsraum, -zeit und -mittel möglichst frei bestimmen. Das Homeoffice gehört also nur zum Konzept, wenn es für den einzelnen Mitarbeiter eine geeignete Wahl ist. Der Kulturwandel hin zu Smart Work, mehr Autonomie und Flexibilität wird bleiben – da sind sich 94 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen einig. Die Intensität von Smart Working werde aber wohl etwas zurückgehen, sagen 69 Prozent.

Wie sie mit Homeoffice, Büro- und Arbeitszeiten umgehen wollen und was aus Zeiten der Pandemie auch in Zukunft bleibt, müssen viele Arbeitgeber erst noch für sich entscheiden. Würde man die Schweizer Arbeitnehmer fragen, scheint es einen klaren Trend zu geben. Über die Hälfte will laut Adecco-Studie zurück ins Büro und Kollegen wieder live sehen. Die Studie zeigt aber auch: Knapp 50 Prozent geben an, weiter im Homeoffice arbeiten. Die Gefühle sind also gemischt. Arbeitgeber müssen demnach einen Mittelweg finden, wollen sie ihre Mitarbeiter halten.

Denn als Angestellter hat man in der Schweiz aktuell gute Aussichten auf einen neuen Job. Es gibt mehr offene Stellen als Arbeitssuchende. Diese Situation hat rund ein Viertel der Berufstätigen in der Schweiz genutzt. So viele haben seit Beginn der Pandemie den Job gewechselt, hat das Karriereportal Xing erhoben. Auslöser des Wechsels waren häufig Themen der Unternehmenskultur. In Hoffnung auf eine bessere Work-Life-Balance haben 29 Prozent einen neuen Job angefangen, flexiblere Arbeitszeiten und finanzielle Anreize waren jeweils bei 20 Prozent der Grund.

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