Werkzeugmacher
61.663 - 84.426 CHF
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Durchschnittslohn: Werkzeugmacher
Beruf Werkzeugmacher
Werkzeugmacher ist in der Schweiz ein anerkannter Ausbildungsberuf. Dieser wird jedoch seit 1997 unter der Bezeichnung Polymechaniker geführt. Mit der Einführung des Berufes des Polymechanikers wurden in der Schweiz die Berufe Maschinenmechaniker, Werkzeugmacher, Feinmechaniker, Betriebsmechaniker und Mechaniker zusammen geführt. Ein Polymechaniker produziert für die Industrie Spezialwerkzeuge, deren Einzelteile und sorgt für die entsprechende Instandsetzung. Es werden aus Stahl Stempel für Schneidewerkzeuge, Schablonen, Werkzeuge, Umform- und Biegewerkzeuge hergestellt. Für den Neubau von Werkzeugen sind exakt klaren Abläufe erforderlich. Nach dem Lesen der technischen Zeichnung werden alle Arbeitsgänge und Arbeitsabläufe bis hin zur Fertigstellung geplant und gut durchdacht. Zum Arbeitsalltag gehören die maschinellen Spanverfahren Bohren, Drehen, Sägen, Schleifen oder Fräsen. Die Arbeiten hinsichtlich Neubau von Werkzeugen, zur Fertigstellung oder zur Instandsetzung von Werkzeugen müssen stets genau und präzise sein. Die Werkzeuge, die nach Fertigstellung den Werkzeugbau verlassen, werden für wichtigen Prozesse in der Industrie benötigt. Sie werden für die Herstellung von Industrieprodukten eingesetzt. Diese Werkzeuge müssen daher ebenfalls sehr genau - manchmal bis zu einem tausendstel Millimeter - arbeiten. Das Produkt, welches durch das Werkzeug hergestellt wird, muss wie das nachfolgende Produkt beschaffen sein. Abweichungen dürfen nicht entstehen. Das zeigt, welche wichtige Rolle die Genauigkeit und die hohen Qualitätsansprüche in diesem Beruf spielen. Während der gesamten Entwicklungs- und Fertigungsprozesse wird die Industrie durch den Werkzeugbau begleitet und beraten. Dies beginnt zumeist mit der Entwicklung eines Werkzeugmodells und wird über das Prototyp-Verfahren bis zur Serienherstellung des Produktes fortgeführt. Hier kann es um die Herstellung kleiner oder großer Produkte gehen oder um eine kleinere oder größere Stückzahl der Produkte. Dementsprechend werden die Werkzeugkonstruktionen nach den produktspezifischen Anforderungen ausgerichtet. Die Art der Werkzeuge ist vielfältig und erstreckt sich vom Hochleistungswerkzeug bis hin zu komplexen Werkzeugapparaturen und Sonderlösungen für die Industrie. Kommt es nun aufgrund des Verschleißes von Werkzeugteilen zu Abweichungen in der Produktion, müssen die Werkzeuge in die Instandsetzung des Werkzeugbaus. Instandhaltung heißt, dass Werkzeuge oder Werkzeugkomplex im Werkzeugbau als erstes demontiert, gereinigt und begutachtet werden. Es wird dabei entschieden, ob eine Instandsetzung oder gegebenenfalls sogar ein Neubau des Werkzeuges notwendig wird. Im Rahmen einer Instandsetzung werden verschlissene Teile ausgebaut. Diese Teile werden dann neu projektiert und geplant. Dann erfolgt die Anfertigung der Ersatzteile. Diese werden dann ersetzend eingebaut. Das Werkzeug wird montiert und wieder in die Produktion zurückgesandt. Die Zugangsvoraussetzung für die Lehre ist der erfolgreiche Volksschulabschluss. Dabei sind gute Leistungen in Mathematik, Physik, Werken und Polytechnik notwendig. Ein Zugang zur Berufsmaturitätsschule ist nur möglich, wenn die schulischen Leistungen sehr erfolgreich erbracht wurden. Bevor eine Entscheidung für die Ausbildung zum Polymechaniker gefällt wird, sollte im Rahmen eines Praktikums eine Erprobung über mindestens zwei Wochen in einem entsprechenden Ausbildungsbetrieb erfolgen. Hier kann sich der Praktikant eine Meinung zum beabsichtigten Beruf bilden. Andererseits wird der Ausbildungsbetrieb auf Verlangen den Praktikanten einschätzen und beurteilen, ob eine Eignung für diesen Beruf vorliegt. Diese Erprobung kann gegebenenfalls auch mit der Bundesagentur für Arbeit, Bereich Berufsberatung, besprochen und vereinbart werden. Zu den wichtigen Anforderungen eines Polymechanikers gehören vor allem ein technisches Verständnis und das Interesse, technische Zusammenhänge zu erkennen. Das räumliche Vorstellungsvermögen und das Erkennen von abstrakten Zusammenhängen wären von Vorteil. Weitere Grundvoraussetzungen sind Akribie, Sorgfalt, Konzentrationsfähigkeit und Genauigkeit. Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sollten selbstverständlich sein. Ist diese Erprobung nun erfolgreich absolviert worden, können Bewerbungen an entsprechende Ausbildungsbetriebe auch mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit erfolgen. Die Bewerbungsunterlagen sind erst vollständig, wenn sie über ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben, einen aktuellen Lebenslauf, Zeugnisse und Beurteilungen verfügen.Ausbildung
Die Ausbildung ist in der Schweiz eine duale Ausbildung. Das heißt, der Ausbildungsvertrag wird zwischen dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb geschlossen. Der Ausbildungsbetrieb verfügt über eine Vereinbarung mit einer anerkannten Bildungsstätte bzw. Berufsschule - der Berufsmaturitätsschule. Über die Ausbildungszeit von insgesamt vier Jahren findet ein fortlaufender, turnusmäßiger Wechsel zwischen Theorieteil und Praxisteil statt. Die theoretische Ausbildung erfolgt an 2-3 Tagen in der Schule. Die Praxiskenntnisse werden in den unterschiedlichen Bereichen des Ausbildungsbetriebes - einem Betrieb für Maschinenbau oder Werkzeugbau - erworben. Es finden regelmäßig Abstimmungen zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt. So sind Praxis und Theorie während der gesamten Ausbildung gut miteinander verknüpft und aufeinander abgestimmt. Die Abstimmung erfolgt auf der Ebene Praxisanleiter / Lehrbeauftragter des Betriebes mit dem verantwortlichen Lehrer der Schule.Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung hängt vom Ausbildungsbetrieb und dem Bundesland ab, wo die Ausbildung durchgeführt wird. Richtwerte zur Ausbildungsvergütung sind:- 1. Ausbildungsjahr: 600 CHF bis 800 CHF
- 2. Ausbildungsjahr: 700 CHF bis 900 CHF
- 3. Ausbildungsjahr: 800 CHF bis 1100 CHF
- 4. Ausbildungsjahr: 1000 CHF bis 1100 CHF
Ausbildungsinhalte
In den ersten Monaten der Ausbildung erwirbt der Auszubildende Grundkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Metallbearbeitung. Diese Zeit wird als modulare Grundausbildung bezeichnet. Der Auszubildende erlernt handwerkliche, manuelle und maschinelle Fertigkeiten. Er lernt die Werkzeuge und Messmittel und die richtige Anwendung kennen. Hierzu gehören die einfachen handwerklichen, spanenden Verfahren wie das richtige Feilen, Sägen, Gewinde schneiden, Gewinde bohren und das Vermessen mit dem Messschieber (Schieblehre) und dem Haarwinkel. Auch die Fügetechnik, Inbetriebnahme und Wartung von Werkzeugen und Kenntnisse zur fachspezifischen Arbeitssicherheitsvorschriften werden vermittelt und erlernt. In der Grundausbildung werden zunächst ganz einfache Werkstücke hergestellt. Im Laufe der Lehrzeit wird sich der Schwierigkeitsgrad jedoch steigern. Metallteile oder Werkzeugteile sind dann in einer bestimmten Zeit fertig zu stellen. Damit werden Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Projektierung, Bau von Fertigungsmitteln, Instandhaltung, Montage und Produktionsprozesse erworben. Der Auszubildende wird dann allmählich an die verschiedenen Fertigungsmaschinen und an CAD (Computer Aided Design) herangeführt. Das computergestützte Konstruieren hat im Werkzeugmaschinenbau immer mehr an Bedeutung gewonnen und ist heute nicht mehr wegzudenken. Die theoretische Ausbildung wird in Lernfelder unterteilt. Zu den wichtigsten Feldern gehören:- Allgemeinbildung
- Sprache
- Kommunikation
- Gesellschaft
- Mathematik
- Informatik
- Lern- und Arbeitsmethodik
- Physik
- Chemie
- Technisches Englisch
- Werkstoff- und Fertigungstechnik
- Zeichnungstechnik
- Maschinenelemente
- Automation
Aussichten und Möglichkeiten
Darüber hinaus ist eine Weiterführung der Ausbildung mit speziellen Kenntnissen möglich:- Schneidwerkzeugtechnik
- Kombination Schneid- und Umformwerkzeugtechnik
- Vorrichtungstechnik
- Härtetechniken
- Instrumententechnik
- Messtechnik
- Instrumententechnik
- Befähigung zum Bedienen von Beförderungs- und Hebetechnik