Die Allgemeinmedizin umfasst die hausärztliche Betreuung und Behandlung von Menschen. Der
Allgemeinmediziner versucht dabei, den Menschen und dessen Erkrankungen in einem ganzheitlichen Sinne zu verstehen und zu behandeln. Er versucht also, körperliche, psychische und soziale Faktoren gleichermassen zu berücksichtigen. Aufgrund seiner ganzheitlichen (allgemeinen) Betrachtung der Patienten ist er ausserdem Schnittstelle zu allen anderen
Facharztbereichen.
Bis zum
Allgemeinmediziner bzw.
Facharzt für Allgemeinmedizin ist es ein langer Weg. Zunächst ist das grundlegende Medizinstudium zu absolvieren, welches in den Stand des
Assistenzarztes versetzt. Dieses nimmt in der Regel sechs Jahre Zeit in Anspruch. Danach folgt die Weiterbildung zum
Facharzt für Allgemeinmedizin, welche weitere fünf Jahre dauert.
In diesem Artikel soll nun ein Überblick über die Ausbildungsstationen gegeben werden und die Aufgaben und das Profil des Berufes beleuchtet werden. Ausserdem soll auf Karrierechancen und
Gehaltsfragen eingegangen werden.
Voraussetzungen für ein Medizinstudium und Vergabekriterien für einen Studienplatz
Zu einer Hochschulausbildung kann für gewöhnlich nur der zugelassen werden, der über die allgemeine Hochschulreife (das Abitur) verfügt. Die Abiturnote sollte dabei sehr gut sein, da ei diesem Studiengang der Numerus clausus, also die ZulassungsbeschränkungNur die besten Schulabgänger für das Studium zulässt. In welchen Fächern die Matur gemacht wurde, spielt keine Rolle, man sollte die Abiturprüfung aber in möglichst leistungsstarken Fächern machen, um eine möglichst sehr gute Endnote erzielen zu können.
Eine lange und intensive Ausbildung
Das Studium der Medizin unterteilt sich in drei grosse Abschnitte. In den ersten beiden Jahren werden Grundlagen vermittelt auf den Feldern der Anatomie und Physiologie,
Biologie, Biochemie, Chemie, Physik sowie Psychologie. Dieser Abschnitt wird mit dem sogenannten Physikum abgeschlossen. Der zweite Abschnitt soll den
Studenten dazu befähigen, eigenständig am Patienten arbeiten zu können. Inhaltlich wird nun auf Fachgebiete der Medizin eingegangen. Hierzu zählen unter anderem die Allgemeinmedizin, die Innere Medizin, die Neurologie, die
Chirurgie usw. In der Regel ist jener Abschnitt auf sechs Semester angelegt. Im dritten Abschnitt schliesslich – dem praktischen Jahr – wenden die Medizinstudenten ihre erworbenen Fähigkeiten an und werden für den Praxisbetrieb vorbereitet. Begleitet werden sie dabei von einem ausbildenden
Arzt. In aller Regel findet das praktische Jahr in einem Spital statt, welches an die Hochschule angeschlossen ist. Es unterteilt sich in drei Tertiale von jeweils 16 Wochen. Vier Monate müssen in der
Chirurgie, vier weitere im Fachbereich Innere Medizin absolviert werden. Im letzten Tertial hat der
Student die Wahl zwischen verschiedenen angebotenen Bereichen. Mit dem Bestehen aller Prüfungen kann die Approbation zur Ausübung einer ärztlichen Tätigkeit beantragt werden.
Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin
Nach der Hochschulausbildung können sich die jungen Ärzte weiter spezialisieren und eine Weiterbildung absolvieren. Die Weiterbildung zum Spezialarzt für Allgemeinmedizin ist eine mehrere Jahre dauernde Ausbildung, die sich in verschiedene Stationen aufteilt. In der Regel werden für diese sechs Jahre angesetzt. Zunächst folgt eine dreijährige stationäre Basisweiterbildung in der Inneren Medizin. In den folgenden zwei Jahren verläuft die Weiterbildung innerhalb einer hausärztlichen
Arztpraxis (wahlweise sind bis zu sechs Monaten in der ambulanten
Chirurgie möglich). Zusätzlich ist ein Kurs in Psychosomatik zu absolvieren. Man erkennt hierbei das ganzheitliche Moment der Allgemeinmedizin wieder, welches das Wechselspiel von Physiologie und Psychologie (umgangssprachlich: von Körper und Seele) berücksichtigt.
Karrierechancen und Einkommen: Praxis oder Krankenhaus?
Nach dem Ende der Ausbildung folgt die sogenannte
Facharztprüfung. Der
Facharzt-Titel wird bei Bestehen verliehen, ausserdem kann nun eine eigene
Arztpraxis eröffnet werden. Ein
Arzt in Weiterbildung verdient etwa 96'000 CHF (brutto) im Jahr, also um über 8'000 CHF im Monat. Bei Niederlassung ist der
Lohn selbstverständlich von zahlreichen Faktoren abhängig. Entscheidend ist die Zahl der gewonnenen und die Anzahl der im Monat behandelten Patienten. Bei der Übernahme einer Praxis werden die Patienten in aller Regel übernommen. Es besteht jedoch keine Garantie, dass die Patienten auch bleiben. Gerade der Beginn der Tätigkeit als Hausarzt kann daher mit Anlaufschwierigkeiten bzw. einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden sein. Gegenwärtig besteht gerade in ländlichen Regionen ein Mangel an hausärztlichen Praxen. Dies kann eine Chance sein, aber ob sich die Eröffnung einer Praxis lohnt und überhaupt ausreichend Patienten gewonnen werden können, sollte vorher kalkuliert werden. Wer eine Karriere im Spital anstrebt, wird nach Tarifvertrag bezahlt. Der
Lohn steigt dabei stufenweise und automatisch an. Es besteht ausserdem die Möglichkeit, zum Ober- oder
Chefarzt aufzusteigen. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, dass sich der
Allgemeinmediziner im Felde der Ganzheitlichkeit bewegt und sich die Frage der Spezialisierung damit kaum stellt. Ober- und
Chefärzte weisen demgegenüber Spezialisierungen in bestimmten medizinischen Bereichen auf – sie werden daher oft auch als Spezialisten betitelt. Ein
Oberarzt verdient dabei etwa 130'000 - 200'000 CHF (brutto) im Jahr, ein
Chefarzt verfügt über ein Bruttogehalt von 350'000 bis 1.5 Mio im Jahr. Das tatsächliche
Gehalt ist dabei abhängig von Alter und Anstellungsjahren. Der Median
Lohn liegt bei 850'000 CHF.
Auszug aus dem Aufgabenspektrum eines Allgemeinmediziners
Der
Arzt für Allgemeinmedizin wird tagtäglich mit akuten und chronischen Krankheiten konfrontiert. Sein Aufgabenspektrum ist dabei sehr weitreichend. Immer wieder kommt es zu Stosszeiten bestimmter Krankheiten, man denke dabei an Grippewellen etc. Zudem besteht die Aufgabe, chronische Krankheiten (Diabetes, Bluthochdruck usw.) zu diagnostizieren und zu therapieren. Zur Untersuchung und Diagnose stehen dem Hausarzt dabei zahlreiche Methoden und Gerätschaften zur Verfügung. Hierzu zählen etwa das Belastungs-EKG, Röntgen- und Ultraschallgeräte, Blutuntersuchungen etc. In vielerlei Fällen erfolgt nach der Grunduntersuchung eine Überweisung zum Spezialisten (etwa einem Diabetologen, Herzspezialisten oder Neurologen), gelegentlich erfolgt jedoch auch die Einweisung in ein Krankenhaus. Der Mediziner für das Allgemeine wird zudem mit psychischen Erkrankungen konfrontiert, etwa Depressionen, Angststörungen etc. In einigen Fällen ist er zugleich ausgebildeter Psychotherapeut und wird versuchen, die Erkrankung im Gespräch zu therapieren. Als
Arzt darf er zudem Psychopharmaka verschreiben. In Extremfällen oder bei Auslastung wird er den Patienten an einen Kollegen, Psychiater oder in eine psychiatrische Klinik überweisen. Weiterhin werden in einer Praxis für Allgemeinmedizin Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt.
Allgemeinmediziner Entgelt
Im Durchschnitt verdient ein Allgemeinmediziner 13500 CHF als Monatslohn (ausgehend von 13 Monatslöhnen). Aber die Meisten Allgemeinmediziner zwischen 11200 CHF und 15320 CHF pro Monat verdienen. Ähnliche Einkommen wie der Allgemeinmediziner bekommen auch der Facharzt oder Arzt. Einen grossen Einfluss auf die Entlöhnung haben haben aber auch Faktoren wie die
Branche welche in dieser Lohntabelle nicht berücksichtigt wird. Damit du deinen Lohn genau bestimmen kannst, gibt es Lohncheck.
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